P a l m e r i o.


16.Unschuld schützt Uns! Nicht vor Unglück.


Elisabeth kam mit dem Kinde; Palamedy kam, noch Blumen in der Hand, - sie war erdig; aber Palmerio ergriff sie doch, küßte sie heiß, und drückte sie lang an seine Stirn. Die Mutter unterrichtete Palamedy von dem, was vorgegangen; sie gab ihm den Ring. Er erkannte ihn gerührt und erschüttert wieder. Lebt sie, sprach er, so ist sie in Noth und Unglück! Sonst hatte sie ihn nicht von sich verstoßen! Aber auch von todten Fischen schwimmen abgelöst die blitzenden Schuppen noch lange auf den Wellen umher! Er hoffte nicht. Palmerio brachte das kleine Kästchen herbei; „es ist auch das Kästchen!“ sagte freudig-bang Elisabeth, nachdem sie es mit geschlossenen Augen befühlt.

Alle waren in sonderbarer, verschiedener Stimmung. Die Taufe des Kindes, wozu ihn der Brief eigentlich eingeladen, erheiterte sie auf wenige Tage. Dann kam die Sache bedachter wieder zur Sprache, und mehr, wie die Mutter, mehr, wie die Schwester, fing nun der Vater an zu treiben, Palmerio solle Maria suchen, bringen! Der Mutter Hoffnung war auf die Alte gesetzt.

Palmerio schauderte. Er wußte nichts; aber er konnte Alles entdecken. Mit schwerem Herzen segelt' er, nicht nach Constantinopel zu der Alten, ach, nach Chio zu seiner Angery!



Bearbeitung: Horst Georg Padelt, 2006