Januar

XXIX.


Vergänglich ist der Mensch! vergänglich ist,
Was er vollbringet, was er schafft und fühlt.
Nichts bleibt von seiner Liebe zu der Menschheit,
Zum Vaterlande, ja zu seinen Göttern
Auf dieser Erden einst zurück, nichts bleibt
Von seinem Tode, nicht einmal sein Grab!
Und was er auch verehrt, ja angebetet,
Die Götter und die Tempel sinken einst
In Staub, wie er, sein Volk und sein Gedächtniß.
Doch macht nun das auch ihn der Erde gleich?
Wohl gar geringer als den Staub? -- Mit nichten.
Denn er kam und schuf, und liebt' und lebte,
Selbst daß er wieder ging, das ist ein Zeichen:
Er stamme von den blauen Himmelshöhen,
Indes die Erde bleibt und bleibt und bleibt.
Denn das Vergängliche ist erst das Höchste,
Es ist ein göttlich Lebendes; was nicht
Vergeht, was lebte nicht, und lebt nicht weiter.

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